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Lorenz und Evi Günther
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Silberkinder Blog

Wissenswertes über Silber, das besondere Metall

  • Silber, das besondere Material

    Silber ist ein sehr weiches Metall. Nur durch das Legieren mit anderen Metallen, zumeist mit Kupfer, gewinnt es schon bei geringen Mengen in erheblichem Maße an Härte und Widerstandsfähigkeit. Erst dann eignet es sich wirklich als Gebrauchsgegenstand.

    Massiv - Silber, auch Sterling-Silber genannt, besteht in der Regel zu 925 Teilen (auf 1000 gerechnet) aus reinem Silber und zu 75 Teilen aus Kupfer.

    800er Silber ist eine Legierung, die 200 Teile Kupfer enthält.

    Da die Kupferanteile die für Silber typische, weiße Farbe ins rötliche verfälschen, wird auf elektrochemischem Wege meist noch eine reine Silberschicht aufgebracht.

    Das Chemische Zeichen für Silber ist Ag für Argentum.

    Die Chemische Dichte (spezifisches Gewicht) beträgt 10,5, der Schmelzpunkt liegt bei 960,85 Grad Celsius und die Atommasse (Atomgewicht) ist 107,87

    Echtes Silber erkennt man an der Stempelung. Alle silbernen Artikel deutscher Hersteller tragen einen Stempel. Er zeigt neben Halbmond und Krone  das Firmenzeichen des Herstellers und den sogenannten Feingehalt an.

     

    Die gebräuchlichsten Arten von Silber für Bestecke

    Echtsilber (Silber / Kupferlegierung):

    - 925er Silber (Sterling-Silber, 75 Teile Kupfer)

    - 925er Silber mit 90er Silberauflage (Schichtstärke ca. 34 µm)

    - 800er Silber (200 Teile Kupfer)

    - 800er Silber mit 90er Silberauflage (Schichtstärke ca. 34 µ m)

    Hartversilberung:

    -90er Silberauflage

    (90 g Silber je 24 dm ²;=12 Esslöffel und Gabeln; Schichtstärke 34 µm)

    - 100er Silberauflage

    (100 g Silber je 24 dm ²;=12 Esslöffel und Gabeln; Schichtstärke 45 µm)

    Alpaka (Neusilber):

    Versilberung (ca. 15 µm) des Trägermaterials Alpaka Neusilber.

    *Der Name "Neusilber" bezieht sich auf die silberweiße Farbe der Legierung, die urspünglich unter dem Namen "Argentan" (aus dem lat. argentum = Silber) hergestellt wurde. "Alpaka" ist eine Nachahmung der Warenbezeichnung "Alpacca" unter der Hermann Krupp nach 1860 in Berndorf bei Wien Neusilberlegierungen herstellte. Ob sich der Name ursprünglich auf die weiße Farbe der Alpaka-Wolle ( von südamerikanischer Lama-Art) bezog, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen.

    Zusammensetzung: 58-67% Kupfer, 11-26% Nickel und 12-26% Zink. Mit steigendem Nickelgehalt nimmt die Helligkeit der Farbe und Korrosionsfestigkeit zu. Das gleiche gilt von der Härte und Zugfestigkeit. Dagegen nehmen Wärmeleitfähigkeit und Dehnbarkeit mit zunehmendem Nickelgehalt ab.

    Versilberte Teile enthalten eine sogenannte Silberauflage. Am häufigsten ist die sog. 90er bzw. l00er Silberauflage, häufig auch als Hartversilberung (s. o.) deklariert. Dabei müssen 90 bzw. 100 g reines Silber auf einer definierten Fläche (90 bzw. 100 g Silber auf je 24 dm2) und Anzahl von Besteckteilen (= je 12 Esslöffeln und Gabeln), aus unterschiedlichem Trägermaterial, gleichmäßig verteilt sein. Die Schichtdicke einer 90er Auflage liegt bei ca. 34 µm und die einer 100er Auflage bei ca. 45 µm

    Als Trägermaterial (Grundmaterial für die Bestecke) diente früher ausnahmslos "Neusilber", eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink. Inzwischen hat sich jedoch eine Edelstahllegierung aus 18/10er Chrom- Nickelstahl weitestgehend durchgesetzt.

    Trägermaterialien (Grundmetalle) für Bestecke mit Silberauflagen wird auch Neusilber genannt, da es der Farbe des Silbers sehr ähnlich ist.

    - Legierung aus Kupfer 64 %

    -Zink 24 %

    -Nickel 12%

    Um 90er bzw. 100er Silberauflagen gegen mechanische Verletzungen beim Gebrauch widerstandsfähiger zu machen, wird die Oberfläche durch geringe Zusätze von Antimon vergütet ("gehärtet", deshalb auch "Hartversilberung").

  • Das Wichtigste über das Metall Silber:

    Von weißer Farbe, strahlendem Glanz, leicht bläulich bis gelblich schimmernd wie das Mondlicht, härter als Gold, aber ebenso dehnbar und elastisch wie dieses, das ist das Material der Silberschmiede. Das Silber läßt sich wie Gold auf kaltem Wege verarbeiten. Es läßt sich hämmern oder treiben, wie der Fachausdruck lautet, läßt sich pressen und prägen, den bevorzugten Techniken der Antike, aber auch leicht schmelzen und gießen. Der Schmelzpunkt liegt bei 960,85 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 1.980 Grad Celsius. Das spezifische Gewicht, das ist das Gewicht in Bezug auf die Ausdehnung eines Stoffes, beträgt ca. 10,5. Genauer heißt das, 1 cm³ Silber wiegt 10,5 Gramm im Gegensatz zu 1 cm³ Wasser von 4°, das 1 Gramm wiegt. Das spezifische Gewicht ist das, was wir als die Schwere eines Metalls empfinden. Gewiegte Silbersammler vermögen so durch das Wägen eines Gegenstandes in der Hand in etwa abzuschätzen, ob es sich um Silber handeln kann. Die Differenz zu Kupfer und Messing -spez. Gewicht 8,5 -, ist allerdings nicht sehr groß, zu Gold mit dem spez. Gewicht 19,5-20 dagegen erheblich. Die chemische Bezeichnung für Silber Ag ist von seinem lateinischen Namen argentum abgeleitet, der auf die griechische Sage vom Himmelsriesen Argos mit seinen tausend Augen hindeutet, eine mythologische Personifikation des Sternenhimmels.

    Das Silber ist wie das Gold ein Edelmetall, weil es wie dieses weder altert noch durch Witterungs oder Bodeneinflüsse, z. B. beim Vergraben in der Erde, zerstörbar ist. Zwar ist es empfänglich für Schwefel, der seine Farbe vom Braun bis zum dunklen Schwarz trüben kann. Doch greift der Schwefel das Metall nicht an. Er überzieht es lediglich mit einer Patinaschicht, ein für den Sammler sicheres Echtheits und Altersmerkmal. Der Schwefelüberzug verleiht dem Silber auch einen eigentümlichen Geruch, woran gewiegte Silbersammler das Metall ebenfalls erkennen. Allerdings hat auch das sogenannte Plated-silber die schwarze Patina und den typischen Geruch.

    Chemisch rein kommt Silber in der Natur nicht vor. Das sogenannte gediegene Silber, wie es in den Silberminen abgebaut wird, enthält meist Beimengungen von Gold. Der Prozentsatz schwankt von 1 bis 40 Prozent etwa. Im letzteren Fall handelt es sich um natürliches Weißgold, wie es die Antike kannte. Das Silbererz dagegen, das die fast ausschließliche Grundlage der heutigen Silberproduktion bildet, ist eine Mischung mit unedlen Metallen wie Kupfer, Antimon, Blei und selbst Eisen. So gesehen ist die heutige Silberproduktion gewissermaßen eine Zusatz oder Abfallproduktion der Erzförderung allgemein, vornehmlich des Kupfers. Denn die Fundstätten an gediegenem Silber in aller Welt sind durch den intensiven Silberbergbau seit der Zeit der Antike bis zu Beginn unseres Jahrhunderts so ziemlich erschöpft. Gegenwärtig werden die Metalle in ihrer Verwendung zunehmend durch die modernen Kunststoffe verdrängt. Die Beimengung von Silber bei Bleiglanz, Schwefelkies und Eisenerz ist übrigens äußerst gering. Und Kupfer, das noch um die Jahrhundertwende wichtigste Metall für. die Elektrifizierung hat seine frühere Bedeutung teils durch die Verwendung von Aluminium als Leitungsträger teils durch den Übergang zum drahtlosen Funkverkehr weitgehend eingebüßt. Allein des Silbers halber die Kupferproduktion zu steigern, dürfte inzwischen infolge des unverhältnismäßig gestiegenen Lohnanteils höchst unrentabel geworden sein. Das ist der bereits erwähnte Grund, weshalb -nach dem Urteil von Sachverständigen für die nächsten Jahrzehnte mit einer enormen Preissteigerung für Silber zu rechnen ist.

  • Anlaufen von Silber

    Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß Silber auch dann anläuft, wenn es nicht in Gebrauch ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es dunkle, bräunliche, bläuliche bis blauschwarze Flecken bekommt oder sich insgesamt verfärbt und damit im üblichen Sprachgebrauch "angelaufen" ist.

    Grund dafür ist die besondere Empfindlichkeit der Silberoberfläche gegenüber schwefelhaltigen Gasen, wie sie in der Umgebungsluft vorkommen. So genügen schon Spuren von Schwefelwasserstoff in der Luft, in Konzentrationen, die wir geruchlich noch nicht einmal wahrnehmen können, um Silber zu verfärben. Denn schon bei Raumtemperatur findet eine Reaktion zwischen Schwefelwasserstoff und Silber statt, wobei Silbersulfid gebildet wird, das dann zu den oben erwähnten dunklen Farbveränderungen führt.

    In gleicher Weise läuft Silber bei Berührung mit Speiseresten an, die schwefelhaltige Substanzen enthalten, wie z. B. Eigelb, Mayonnaise, Senf, Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Fisch, besonders Fischlake und Marinaden. Deshalb sollte man z. B. auch keinen Silberlöffel verwenden, wenn man ein gekochtes Ei ißt.

    800er Silber kann aufgrund seines hohen Kupferanteils, von 200 Teilen auf 1000, goldfarben bis hellbraun anlaufen. Es ist für das maschinelle Spülen daher weniger geeignet. Wurde es jedoch nachträglich galvanisch versilbert, verhält es sich selbstverständlich wie eine 90er bzw. 100er Silberauflage.

    Aufgrund der oben erwähnten hochempfindlichen Reaktion zwischen Silber und schwefelhaltigen Verbindungen lässt sich das Anlaufen nicht vermeiden. Auch Silberpflegemittel mit Substanzen, denen eine Schutzwirkung nachgesagt wird, können, wenn überhaupt, das Anlaufen nur unwesentlich verzögern. Da diese Schutzschichten immer nur sehr dünn sind, kann die Schutzwirkung zeitlich auch nur sehr begrenzt wirksam sein.

  • Silber in der Geschirrspülmaschine

    Bei Spülgut aus Silber handelt es sich vorwiegend um Besteckteile. Andere Gebrauchsgegenstände wie Platzteller, Schalen und Platten, Teeglashalter, Salz und Pfefferstreuer, Zuckerdosen u. a. m. sind meist mit wesentlich dünneren Silberschichten belegt als Besteckteile und häufig zusätzlich mit Klarlack überzogen. Dadurch sind sie für das maschinelle Spülen nicht geeignet.

    Die Bedingungen, unter denen Silber in der Haushaltgeschirrspülmaschine gespült wird, sind allgemein ungünstiger als die beim Spülen von Hand. Das Anlaufen des Silbers wird dabei durch folgende Einflüsse begünstigt:

    • Speisereste:
      Die vorab angeführten, schwefelhaltigen Speisereste können vor dem maschinellen Spülen mitunter recht lange auf die Silberoberfläche einwirken, da gegenüber dem Handspülen meist nicht sofort nach einer Mahlzeit gespült wird, sondern eben erst dann, wenn die Maschine mit schmutzigem Spülgut gefüllt ist.
    • Reinigungstemperaturen:
      Auch während des Spülens kommt die belastete Spülflotte viel länger und zudem bei höheren Temperaturen von 50 bis 65 °C mit dem Silber in Berührung als beim Handspülen. Durch die höheren Spültemperaturen wird die Reaktionsfähigkeit des Silbers verstärkt. Die höheren Temperaturen beim maschinellen Spülen begünstigen daher die chemischen Prozesse, die zum Anlaufen führen.
    • Reinigungsdauer:
      Durch den intensiven Reinigungsprozess in der Maschine wird die Silberoberfläche vollständig entfettet und dadurch empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen.
    • Oxidationsmittel im Reiniger: Auch die Oxidationsmittel auf Basis Aktivchlor oder Sauerstoffbleiche greifen in das Geschehen ein. Nach bisherigen Beobachtungen verursachen die aktivsauerstoffhaltigen Reiniger stärkere Anlaufeffekte als die aktivchlorhaltigen Systeme.
    • Alkalität (pH-Wert) der Reinigerflotte:
      Physikalisch-chemische Untersuchungen haben gezeigt, dass bei höherer Alkalität die Gefahr des Anlaufens von Silber durch entsprechende Speisereste in der Spülflotte, wie z. B. Senf, verringert wird.

    Beim manuellen Spülen übt schließlich das Abtrocknen noch eine gewisse Polierwirkung aus, die beim maschinellen Spülen selbstverständlich wegfällt.

    Unter allen Umständen sollte vermieden werden, daß Reiniger direkt mit Spülgut aus Silber in Kontakt kommt. Wird nicht sofort gespült, so bleibt der Reiniger einige Zeit auf der Oberfläche haften, und es entstehen an diesen Stellen bläuliche bis schwarze Flecken, die sich sehr schwer und meist nur mechanisch wieder entfernen lassen.

    Chemische Reaktionen der Silberkorrosion:

    Die chemischen Einflussfaktoren, die den Silberanlauf grundsätzlich bestimmen, sind schematisch in Tabelle 4 dargestellt. Dieses komplizierte Reaktionsschema verdeutlicht die vielfältige Komplexität des Problems Silberanlauf/-Korrosion in relativeinfacher Weise.

    Aus metallischem Silber bildet sich unter dem Einfluss von schwefelhaltigen Verbindungen (Speiseresten) braun-schwarzes Silbersulfid (Ag2S). Sauerstoff aus der Luft oder sauerstoffhaltige Bleichmittel der Reiniger reagieren mit Silber zu schwarzem Silberoxid (Ag2O) bzw. Silbersuboxiden, welche in Folgereaktionen mit den schwefelhaltigen Speiseresten zu Silbersulfid oder mit Chloridionen aus Speiseresten zu gelblichem Silberchlorid (AgCI) reagieren können. Silberchlorid kann sich jedoch auch unter bestimmten Bedingungen aus aktivchlorhaltigen Bleichmitteln und Silber bilden. Silberchlorid, welches zunächst als weißer Belag auf den Silberteilen anfällt, ist jedoch nicht lichtbeständig und zersetzt sich zu grauem bis schwarzem Silber.

    • Mögliche Korrosionsvorgänge an Silber:

  • Reinigung von angelaufenem Silber

    Es besteht kein nennenswerter Unterschied, ob Silber in der Schublade, während des üblichen Gebrauchs oder beim maschinellen Spülen angelaufen ist, d. h., ob es sich dabei um Beläge aus Silberoxid, Silbersulfid oder Silberchlorid oder metallischem Silber handelt. Es muss von Hand unter Verwendung eines mild scheuernden Silberpflegemittels von den Verfärbungen befreit werden. Dabei ist allgemein auch gewährleistet, daß die gewünschte Patina verzierter Silberteile unversehrt bleibt. Silberputzmittel kaufen.

     

  • Silberlegierungen und Feingehalt

    Auf die unterschiedlichen Verfahren der Aufbereitung des Silbererzes soll nicht eingegangen werden. Der Sammler, der sich dafür interessiert, findet alles Wissenswerte in jedem großen Konversationslexikon. Wichtiger für den Silbersammler ist die Kenntnis der Zusammensetzung des Silbers, seines Feingehalts, wie es als Ausgangsmaterial für die kunsthandwerkliche Verarbeitung durch die Gold und Silberschmiede vom Mittelalter bis zur Gegenwart verwendet wurde. Denn reines Silber ist für die Verarbeitung wie vor allem auch für den Gebrauch zu weich. In der Regel wird dem Silber ein bestimmter Prozentsatz an Kupfer zugefügt, in seltenen Fällen auch andere Metalle. Diese Beimischung ist es, die als Legierung bezeichnet wird, abgeleitet von dem lateinischen Wort legere für zusammensetzen.

    Unter Feingehalt ist der Anteil des chemisch reinen Silbers bei der Legierung zu verstehen. In Deutschland beträgt er heute üblicherweise 800 auf 1000 Teile gerechnet. In dieser Legierung wird das Silber auch von den Scheideanstalten an die Goldschmiede und Silberwarenfabriken zur Verarbeitung geliefert. Denn durch ein Reichsgesetz von 1884 wurde zum Schutz des Käufers für Silberwaren ein Feingehaltsstempel eingeführt und bestimmt, daß als Silber nur Gegenstände angeboten werden dürfen, deren Metalllegierung mindestens 800 Tausendteile Feinsilber beträgt. Der Feingehalt darf natürlich auch höher sein. Bei englischem Silber beispielsweise ist das stets der Fall. Durch ein entsprechendes Gesetz von 1904 wurde in England der Feingehalt für das sogenannte Sterling-Silber auf 925 und für Britannia-Standard sogar auf 958,4 festgesetzt. Aus dem Ausland importiertes Silber muß seit 1867 in England durch ein >F< (für Foreign = Ausland) als besondere Marke neben den Meistermarken gekennzeichnet sein. Einen Feingehalt von 950 hat auch französisches Silber, wenn der Garantiestempel die Ziffer 1 trägt. Erscheint neben dem als Garantiestempel seit der Französischen Revolution meist üblichen Gallischen Hahn die Ziffer 2, so beträgt der Feingehalt 800 v. T.

    Für die Richtigkeit des Feingehalts haftet nach dem Gesetz aber nicht der Silberproduzent, sondern der Hersteller der Ware. Die heute übliche Lieferung einer verläßlichen Silberlegierung von mindestens 800 Feingehalt durch die Silberscheideanstalten ist jüngeren Datums. Zu früherer Zeit, in Deutschland bis 1884, waren die Herstellung der Silberlegierung und die Bürgschaft für den Silbergehalt Angelegenheit der Gold und Silberschmiede. Die Überwachung erfolgte vom Mittelalter ab durch die Zünfte mit ihren strengen Zunftordnungen, über die noch eingehend berichtet wird. Später auch durch staatliche Beschaumeister, wie in Dänemark oder durch vom Staat legalisierte private Pächter, wie in Frankreich.

    Bis gegen die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der Feingehalt des Silbers anders berechnet als heute. Grundlage war die mittelalterliche Gewichtseinteilung in Pfund und Lot. Das Pfund betrug etwa 467 Gramm, so jedenfalls nach einem noch in Köln befindlichen Mustergewicht vom Jahre 1705, und wurde in 32 Lot unterteilt. Das handelsübliche Silbergewicht war das halbe Pfund oder die Mark Silber gleich 16 Lot, wobei das Lot nochmals in 18 Grän unterteilt wurde. Die bei antikem Silber häufig eingeschlagenen Zahlenstempel von :12, :13, :14 oder :15, allein für sich oder in Verbindung mit einem Stadtbeschauzeichen, beziehen sich stets auf den Feingehalt in Lot. So würde die auf einem Silbergegenstand eingeschlagene Zahl 12 besagen, daß es sich um 750er Silber handelt. Doch je nach dem Zweck, den ein Auftraggeber mit einem Silbergegenstand verfolgte, wie auch in Zeiten einer kriegsbedingten Silberverknappung, war es nicht außergewöhnlich, nur 8 lötiges oder gar nur 6 lötiges Silber zu verarbeiten. So sehr auch ein möglichst hoher Feingehalt erwünscht war so kam es zu früheren Zeiten im Hinblick auf einen verfolgte Repräsentationszweck nicht unbedingt darauf an. Bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden kirchliche Silbergegenstände wie auch königliches und fürstliches Tafelsilber fast stets vergoldet, wegen des bereits geschilderten Symbolcharakters des Goldes. Die nachstehende Tabelle dient dem Vergleich der Feingehalts angaben in Lot mit der heute üblichen Bestimmung nach Tausend teilen.

    So entsprechen :

    Lot v. Tausend
    16 1000
    15 937,5
    13 812,5
    12 750
    10 625
    8 500
    6 375
    4 250

    An Farbunterschieden ist der Silberfeingehalt nicht festzustellen. Bis zur 8-Lötigkeit herunter behält die Legierung die weiß-glänzende Silberfarbe bei. Noch geringwertigere Silberlegierungen, wie sie für Knöpfe, Schuhschnallen, Rosenkränze und die Nachbildungen religiöser Reliquien an Wallfahrtsorten, für Geschirrbeschläge und Trachtenschmuck verwendet wurden, wurden durch das sogenannte Weißsieden gefärbt. In einer erhitzten Lösung aus Weinstein oder verdünnter Schwefelsäure wurde das an der Oberfläche durchschimmernde rötliche Kupfer weggesotten. Dieses minderlötige Silber, soweit aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert stammend, war eine Kupfer-Silber-Legierung.

  • Silberproben, Garantiestempel und allgemeine Qualitätsmerkmale

    Mit der Profanierung des Silbers zum Gelde zur Zeit der Antike wurde der Staat zum Garanten des Feingehalts, jedenfalls für die Silbermünzen. Bei einer Silber oder Goldwährung, wie auch einer Doppelwährung von beiden, hängt die Menge des Geldes aber von der zur Verfügung stehenden Menge der Edelmetalle ab. Doch das Knapp'sche Gesetz vom wachsenden Staatsbedarf muß auch zur Zeit der Antike wirksam gewesen sein. Andrerseits war die bequeme Methode der Steuererhöhung damals eine recht langwierige und keineswegs einen Soforterfolg versprechende Angelegenheit. So verfiel man bereits im römischen Reich auf den Ausweg, den wachsenden Staatsbedarf durch Geldverschlechterung zu befriedigen. Den Silbermünzen wurde mehr Kupfer beigemischt. Während der Verfallzeit des römischen Reiches in den nachchristlichen Jahrhunderten waren derartige Staatsmanipulationen üblich. Die fatale Nebenwirkung blieb auch damals nicht aus. Die Verschlechterung der Silbermünzen zog ein Steigen der Preise nach sich. Um der Inflation zu begegnen, wurde der Feingehalt der Silbermünzen erneut gesenkt und so fort. Erst unter Kaiser Konstantin wurde die Währung stabilisiert und die Münzehrlichkeit wieder hergestellt.

    Was dem Staat rechtens schien, die Verschlechterung des Silbers, nützten natürlich auch Gold und Silberschmiede für ihren privaten Gewinn. Verständlicherweise verlangten die Auftraggeber für silbernes Gerät einen exakten Beweis für die Güte des Edelmetalls, das heißt für die Zusammensetzung der Legierung. Die älteste Silberprobe ist die Strichprobe, die im Prinzip eine Farbprobe ist. Der Silbergegenstand wird über eine Platte aus Kieselschiefer gezogen, so daß ein abgeriebener Silberstrich auf dem Schiefer stehen bleibt. Der Strich wird mit Probewasser -einer Mischung aus Salz und Salpetersäure -betupft. Nun wird die Farbe der Strichprobe mit der Farbe von silbernen Nadeln, den sogenannten Probiernadeln, verglichen, deren Legierung genormt und bekannt ist. Früher wurde als Probierstein der kleinasiatische Lydit oder Lydische Stein, ebenfalls ein Kieselschiefer, verwandt. Es dürfte ein Beweis sein, daß diese Art der Silberprobe aufkam, als das gewinnsüchtige griechische Staatsorakel in DeIphi vom Lyderkönig Krösus auf Bezahlung in purem Silber und Gold bestand. Als die Feingehaltsbestimmung des Silbers nach Lot üblich wurde, gingen die Gold und Silberschmiede dazu über, ein 16-teiliges Probiernadelsortiment, in der Legierung genormt von 1-16 Lot, zu verwenden. Entsprechend der heute üblichen Feingehaltsbestimmung, des Silbers nach Tausendteilen, ist die Strichprobe nach wie vor in Gebrauch. Sie erfordert allerdings ein gutes Farbempfinden. Sicherer ist eine weitaus umständlichere Methode, das Kupellieren die in den Zunftordnungen der Goldschmiede vom Mittelalter ab vorgeschrieben war. Mit einer Graviernadel wird aus dem zu prüfenden Silbergegenstand eine kleine Menge Silber herausgehoben und auf der Goldwaage gewogen. In einem Schmelztiegelchen, dessen Innenwand mit ausgelaugter Holzasche und gebrannten Knochen ausgekleidet ist, wird die Silberprobe zusammen mit Blei so lange geschmolzen, bis das der Legierung beigemengte unedle Metall von der Bleiglätte und der porösen Tiegelwand aufgesogen ist. Der übrigbleibende Rest von reinem Silber wird erneut auf der Goldwaage gewogen. Aus dem Gewichtsunterschied wird der Silbergehalt der Legierung berechnet.

    Der Gravurstrich oder Tremulierstrich, wie der Fachausdruck lautet -eine gezackte sägeblattförmige Linie -, zeigt die Abb.

    Tremulierstrich auf antikem Silber:

    Er findet sich meist auf der Unterseite oder am Rand von antiken Silbergegenständen. Von Silbersammlern wird der Tremulierstrich als Qualitätsmerkmal sehr geschätzt. Er ist ein untrügliches Echeitsmerkmal, sofern auf dem betreffenden Gegenstand auch die dazugehörigen Kontrollmarken eingeschlagen sind. Denn wenn die Silberprobe der Vorschrift entsprach, versah der Zunftprüfer oder ein vereidigter städtischer oder staatlicher Kontrolleur, der Beschaumeister, den Silbergegenstand mit dem sogenannten Beschauzeichen als amtliche Qualitätsgarantie. Das kann ein Buchstabe, ein Stadtwappen oder eine symbolische Figur sein. Die nächsten Abbildungen zeigen einige dieser Beschauzeichen unterschiedlicher Herkunft, die zusammen mit den Meistermarken und anderen Merkzeichen Kennzeichen für antikes handwerkliches Silber sind. Sie erleichtern dem Sammler die zeitliche und örtliche Bestimmung eines alten Silbergegenstandes. Doch die eingehende Kenntnis aller Beschauzeichen und Marken, allgemein auch als Silberpunzen bezeichnet, ist eine Wissenschaft für sich.

     

    Das umfassendste Nachschlagewerk für die Bestimmung der unzähligen Silberpunzen ist das von Marc Rosenberg veröffentlichte vierbändige Werk Der Goldschmiede Merkzeichen. Es erschien in der 3. Auflage in den Jahren 1922-28 in Frankfurt/M. Es ist das Standardwerk für den Silbersammler, aber infolge seines hohen Preises als Speziallexikon für den Durchschnittssammler kaum erschwinglich. Mittlerweile aber bereits in digitalisierter Form kostenlos erhältlich. In allen großen öffentlichen Staatsbibliotheken ist der Rosenberg aber vorhanden und einzusehen. Für englisches Silber, dessen Markensystem sehr viel einheitlicher und Übersichtlicher geregelt ist, genügt ein preiswerter Markenführer von Frederick Bradbury. Es ist der >Guide to Marks of Origin on British and Irish Silver Plate and Old Sheffields Plate Makers Marks<, erschienen bei J. W. Northend in Sheffield, England. Die jüngste Auflage enthält alle Marken von 1544-2000. Für französisches Silber seien das fünfbändige Werk von Henry Nocq, >Le poincons de Paris< (1924-1931) und das Lexikon französischer Meistermarken >Dictionaire des poincons des maitres orfevres francais< (Paris 1929) erwähnt.

    Übernommen aus: "Henkel Informiert" ist eine Reihe von Schriften, die Henkel in Zwangloser Form herausgibt. Mit diesen Unterlagen, die sich unter anderem mit vielen Aktuellen Fragen zum Thema "Waschen", "Spülen" und "Reinigen" befassen, will die Firma Henkel helfen, Probleme zu lösen. ©Henkel KGaA.
    Übernommen aus: "Heyne Antiquitätenbücher in der Praktischen Reihe SILBER von dem Autor Friedrich W. Doucet der leider nicht zu erreichen war.
    * Übernommen aus: "Der Gold und Silberschmied Band1 Wekstoffe und Materialien" von Jochem Wolters

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